WALDLUFT UND IMMUNSYSTEM

Der von den Bäumen abgegebene Cocktail an flüchtigen Kohlenstoffverbindungen enthält sogenannte Phytonzide (alpha-Pinene, Isopren, und viele andere antibiotisch wirkende ätherische Öle), durch welche die Pflanzen sich vor Pilz-, Bakterien- und Insektenbefall schützen. Inzwischen hat man um die 10.000 von Pflanzen ausgedünstete Terpene ausfindig gemacht. Wenn wir also durch den Wald spazieren, baden wir buchstäblich in einem Meer von Terpenen und Terpenoiden. Auch wenn wir viele davon nicht bewusst wahrnehmen, wirken sie dennoch auf uns. Diese Terpene sind empirisch und quantitativ über Urin- und Blutproben in unserem Körper messbar. Sie werden von der Lunge und der Haut aufgenommen. Folgendes haben Wissenschaftler festgestellt:

  • Schon nach einer halben Stunden wirkt ein Waldspaziergang positiv auf das Herz-Kreislauf-System; der Blutdruck wird niedriger und die Pulsfrequenz beruhigt sich.
  • Professor Quing Li von der Nippon Medical School in Tokio konnte feststellen, daß in der Waldatmosphäre die Stresshormone Cortisol und Adrenalin im Blut nachhaltig gesenkt werden. Ein Tag im Wald senkt bei Männern das Adrenalin um 30, am zweiten Tag um 35 %. Bei Frauen sank das Adrenalin am ersten Tag um 50 und am zweiten Tag um 75 % im Vergleich zum Ausgangswert. Der Mediziner Ruediger Dahlke fragt zurecht: „Welche Psychopharmaka schaffen das ?“
  • Der Aufenthalt im Wald mindert Angst und Depression und wirkt dem Burn-out-Syndrom entgegen. Auch mindert er bei Kindern die sogenannte Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
  • Professor Li konnte eine Zunahme der Anti-Krebs-Proteine im Blut messen. Schon ein Spaziergang im Wald erhöht die Abwehrzellen, die entartete Tumorzellen identifizieren und vernichten, um 50 Prozent. Wer zwei Tage im Wald verbringt hat anschließend 100 Prozent mehr Killerzellen im Blut.
  • Der Waldaufenthalt erhöht das Nebennierenrindenhormon Dehydroepiandrosteron (DHEA). Es stärkt die Muskeln und hat einen positiven Effekt auf den Blutzuckerspiegel und die Elastizität der Gefäße. Man kann das Hormon als Anti-Aging-Mittel oder gar als legales Dopingmittel bezeichnen. Gegen Depression und Demenz soll es ebenfalls helfen.
  • Daß die Waldatmosphäre die Libido steigern kann, wußte man schon lange – „Komm, Mädel, woll’n wir im Wald spazieren gehen?“, – nun aber kann man das empirisch messen.
  • Der Aufenthalt in der sauberen, sauerstoffreichen Waldluft lässt Kopfschmerzen und viele psychosomatische Beschwerden verschwinden.
  • Der Waldspaziergang wirkt sympathikolytisch, er senkt die Sympathikus-Aktivität und steigert die des Parasympathsikus, was Entspannung und Regeneration beeutet.
  • Mikrobielle Vielfalt im Wald stimuliert unser Immunsystem. Der Aufenthalt im Wald macht uns weniger anfällig für Allergien, darunter auch Pollenallergien.
  • Im Vergleich zur Stimmulierung, die wir über den Fernseh- oder Computer-Bildschirm erfahren, spricht Mutter Grün alle unsere Sinne an. Die monotone elektronische Stimulierung ist im Grunde genommen für Leib und Seele belastend. In Wirklichkeit reagieren wir dabei emotionell und gedanklich auf tote Elektronik. Was wir da aufnehmen, müssen wir mit in den Traum nehmen und emotionell verdauen. Da es nicht real ist, macht es – wie die Anthroposophen sagen – Löcher in den Astralleib (in der Seele).

Das Innehalten und Entschleunigen in der Natur, das tiefe Einatmen der Waldluft nennen die Japaner „Waldbaden“ oder Shin-rin-Yoku, im Englischen forest therapy. In Japan wird dieses Shin-rin-Yoku als offizielle medizinische Therapie staatlich anerkannt und von den Krankenversicherungen bezahlt. Waldbaden in unserer nervenaufreibenden, technokratischen Welt, in der die meisten Menschen in der Stadt leben und einen großen Teil ihrer Zeit vor dem Bildschirm hocken, wirklich Sinn. Waldbaden bedeutet, mit sich selbst wieder in Einklang kommen, das Handy abschalten, barfuß über weichen Waldbaden wandeln, Bäume umarmen, ihre Energie spüren; riechen, lauschen, bewundern und die Lebensenergie (Qi oder Ch’i) aufnehmen.

aus: „Wir sind Geschöpfe des Waldes“, von Wolf-Dieter Storl

Literatur

Waldbaden

Verfasst von

Herausfordernde Ereignisse im Leben eignen sich im besonderen Maße, um sich auf den Weg zu sich selbst auf-zu-machen. So war es bei mir vor 25 Jahren. Ich möchte all das nicht mehr missen, was ich erforscht, entdeckt und gefunden habe. Und jetzt, mitten auf dem Weg, eine tiefe Verbindung zu meinem wahren Sein habe. Mich selbst spüre und energetisch ausgleichen kann. Und so immer wieder oder länger in einen tiefen Frieden komme. Einfach bin ... und gleichzeitig zur bewußten Schöpferin meines Lebens werde !

2 Kommentare zu „WALDLUFT UND IMMUNSYSTEM

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