Friedolf auf dem Jakobsweg – Die Flussaue (4)

Friedolf

Als Friedolf wieder erwachte, war er von Wasser umgeben. Es war noch dunkel und der Mond leuchtete am Himmel. In den letzten Stunden wurde die Wiese wohl, über den ansteigenden Wasserstand des Flusses, überschwemmt. Von seiner Mutter hatte er gelernt, daß das Wasser im Körper mit dem Wasser welches außerhalb war, wie z.B. dem Fluß, in Resonanz ging.

In seinem Traum schwamm er in einem Fluß. Dort begegnete er einer Wassernymphe. Sie tauchte von unten auf in einer flirrenden und leuchtenden Gestalt, ohne feste Umrisse. Als er an seine Mutter dachte, nahm sie plötzlich ihre Gestalt an. Ein perliges Lachen durchdrang ihn und brachte den Fluß seiner Körpersäfte in Gleichklang. Er fühlte sich plötzlich ganz leicht und folgte der Nymphe, die wieder in formloser funkelnder und stahlender Gestalt nach unten abtauchte.

Sie glitten durch eine außergewöhnliche Unterwasserwelt. Auf dem Grund des Flusses erkannte er Lotusblumen, die ihre Wurzeln dort tief in der Erde verankert hatten. Daneben wuchsen Tausendblatt, Wassersterne und ihm unbekannte leuchtende und schillernde-bunte Wasserpflanzen. Ein Fischschwarm von Rotaugen bewegten sich auf ihn zu. Sie umschwammen ihn und ihre Berührung löste ein angenehmes Kribbeln aus. Nun spürte er wieder die Gegenwart der Nymphe, die auf ihn gewartet hatte. Sie teilte ihm mit, daß auch die Nymphen in der Lage waren ihre Gedanken über Worte, Bilder und Gefühle an andere Wesen zu übertragen. Sogleich fiel ihm eine Frage, die er mit auf die Reise genommen hatte, wieder ein. Ob Frösche auch eine Seele haben !

Sie erzählte ihm zunächst etwas über ihr Element, das Wasser. Sie vermittelte ihm, daß Wasser symbolisch für den Seelenanteil der Menschen steht und für ihre inneren und unbewussten Gefühle und Bilder. Für ihre Träume, ihre Kreativität und ihre Fantasie. Dann zeigte ihm die Nymphe über ein Bild eine große strahlende Gestalt, die über Lichtfäden mit den Fröschen darunter verbunden war. Am Rande des Teiches saß ein Frosch, der nachdenklich schaute. Er kam ihm bekannt vor. Lächelnd erkannte er, daß er dies selbst war. Von ihm ging ein strahlendes Leuchten aus. Sie erzählte ihm, daß er auch mit dieser Gestalt, welche die Wassernymphe Deva nannte, verbunden war. Er erfuhr, daß eine Deva so etwas wie eine Gruppenseele ist. Und somit die Frösche eine Gruppenseele haben, außer ihm, seinen Cousin Georg und seiner Mutter. In ihm, war bei der Geburt, ein Anteil einer göttlichen Seele eingezogen, die sich auch als Frosch erleben wollte.

Zum Abschluß stellte er ihr noch die Frage, wie er seinen Weg fortsetzen solle. Aber die Wassernymphe erinnerte ihn an Pérégrine’s Flug und welches Bild er sich hoch oben in der Luft eingeprägt hatte. Da wußte er schon von alleine, daß er den Weg weiter ostwärts, welches ihm zum Flachmoor führen würde, begehen sollte. Er dankte der Nymphe und diese schnipste einmal mit den Fingern und der Traum entglitt ihm. Er wachte wieder auf.

Zuerst sprang er zur Aue und stillte seinen Hunger, tat sich dort an den Insekten gütlich. Bevor er aufbrach wollte er den bald beginnenden Sonnenaufgang noch mitverfolgen. Gespannt blickte er zu einem hoch aufragenden Berg vor ihm, der am Horizont bereits aufglimmte. Es schien als wenn ein Gleißen sich aus dem Berg herausschälte. Dann folgte ein glühendes Rot, leuchtendes Orange, auslaufend in sanftem Blau und Violett.

Er fühlte sich voller Energie und war bereit loszuhüpfen. Auch wenn es Tag war, würde er hier wohl keinem Menschen begegnen. Die Flussaue und das Niedermoor waren Teil eines Naturschutzgebiets und ein Großteil davon eingezäunt und durfte nicht von Menschen betreten werden.

Die Wassernymphe hatte ihm noch erzählt, daß er dort mit dem Erdelement und den verbundenen Wesen in Kontakt kommen würde. Friedolf schloß die Augen und verinnerlichte sich noch einmal den Blick von oben auf die Flussaue und das Niedermoor, als wenn er sich eine Landkarte anschauen würde. Und hüpfte los …

© Elli (Elke Strohmaier)

Bild von Lubos Houska auf Pixabay

Geschichten

Prosa

Friedolf der Frosch

Verfasst von

Herausfordernde Ereignisse im Leben eignen sich im besonderen Maße, um sich auf den Weg zu sich selbst auf-zu-machen. So war es bei mir vor 25 Jahren. Ich möchte all das nicht mehr missen, was ich erforscht, entdeckt und gefunden habe. Und jetzt, mitten auf dem Weg, eine tiefe Verbindung zu meinem wahren Sein habe. Mich selbst spüre und energetisch ausgleichen kann. Und so immer wieder oder länger in einen tiefen Frieden komme. Einfach bin ... und gleichzeitig zur bewußten Schöpferin meines Lebens werde !

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