Beppo schmiedet einen Plan (7)

(Geschichte schließt an Beitrag: „Beppo + Flupsi = Ein entflohener Papagei“ (6) an)

Beppo wachte schon kurz nach Sonnenaufgang auf. Er schaute zum Fenster hinaus und ließ seinen Blick über die Morgenröte am Himmel wandern. Er freute sich über diesen Anblick und sein Schwanz fing an zu wedeln. Sein Freundin Flupsi, die Katze, hatte diese Nacht bei ihrem Frauchen Fr. Biedermeier-Müller verbracht. Diese hatte geäußert, daß sie ihre eigene Katze kaum mehr zu Gesicht bekam und sie vermißte. Und darauf bestanden, daß sie mal wieder daheim schlafen sollte. Die beiden wohnten auf der gleichen Etage, gegenüber von Beppo, Andrea und Harald.

Er erinnerte sich an den Graupapagei, der sich im Wohnzimmer, auf einer Vogelstange sitzend, befand. Andrea hatte sich noch gestern abend auf die Bühne begeben, um sich auf die Suche nach einem alten Papageien-Freisitz zu machen. Und hatte diesen, gut versteckt und gut verpackt, vorgefunden. Ein Relikt aus ihrer Jugendzeit, welches sie aufbewahrt hatte. Damals hatte ein buntschillernder Ara sie 15 Jahre lang begleitet. Auf leisen Pfoten betrat Beppo den Raum und näherte sich langsam dem Sitzplatz des Papagei. Er hatte seinen Kopf unter dem Gefieder am Rücken versteckt und schien noch zu schlafen.

Er wandte sich telepathisch an ihn: „Träumst du noch Papagei ?“ Zu seine Überraschung zog der Graupapagei rasch seinen Kopf aus dem Gefieder und schaute ihn direkt in die Augen. Eine mißtrauische Energie erreichte ihn. „Hund wie Katze ?“, kam innerlich zitternd bei ihm als Frage an. Beppo bemerkte, daß der Vogel sich selten, auf diese Art, mit anderen austauschte. Kurz überlegte er, was der Papagei wohl damit meinte. Dann erinnerte er sich an die gefährliche Situation, als der Graupapagei nach dem Einflug durchs Fenster, auf dem Boden landete und Flupsi ihn fangen wollte.

„Mein Name ist Beppo und ich jage keine Vögel und ich beiße sie auch nicht !“, entgegnete er. Der Papagei entspannte sich. Der Hund wandte sich wieder an den Vogel: „Du hast einen großen Schnabel ! Damit kannst du dich wehren und Flupsi, wenn sie dich anspringt, auf die Nase pieksen. Das mag sie gar nicht !“ Der Papagei machte einen nachdenklichen Eindruck. Dann stieg in Beppo der Gedanke auf, ob der Graupapagei wohl sein Zuhause und sein Frauchchen vermisste. „Möchtest du bald wieder nach Hause ?“, wollte er von ihm wissen. Der Vogel schüttelte sein Gefieder und energisch kam ein ausgesprochenes „Nein !“, aus seinem Schnabel. Und in Gedanken: „Kein gutes Futter. Ganzer Tag Käfig.“ „Sie mag mich nicht, die böse Frau, sie schreit mit mir!“ „Alte Frau war lieb“, ergänzte er noch. Beppo schloß daraus, daß die alte Frau wohl die Mutter von der „bösen Frau“ war.

In Beppo stieg, wie bereit bei Flupsi, das Bedürfnis auf zu helfen ! Er fand alle Tiere sollten zusammenhalten ! „Beppo hilft dir, versprochen“, entgegnete er dem Graupapagei. „Möchtest du bei uns bleiben, bei der Andrea und mir ?, fragte er ganz gespannt. Umgehend kam eine freudige Energie bei ihm an. Die ihm, ohne Worte mitteilte, daß der Papagei Andrea gerne zu seinem Frauchen haben wollte. Beppo schmiedete einen Plan, wie er verhindern konnte, daß Andrea auf die Suche nach dem Besitzer gehen würde.

Kurz später kam sein Frauchen, mit einem Fotoapparat in der Hand, herein. „Da bist du ja, Beppo !“, rief sie aus. Sie setzte nach: „Ich dachte es mir fast, daß du den Papageien besuchst.“ „Ich glaube du bist ein Freund von allen Tieren !“ Beppo bellte einmal. Sie trat näher zum Papagei und war gerade im Begriff ihn zu fotografieren, da bellte Beppo dreimal hintereinander. Sie stutzte und hielt in der Bewegung inne und überlegte. Da fiel Andrea ein, daß Beppo immer wieder, wenn ihm etwas nicht gefiel, dreimal bellte. Und ihr damit etwas mitteilen wollte ! Sie senkte den Apparat wieder ab und schaute ihrem Hund in die Augen. „Wenn ich doch nur deine Gedanken lesen könnte, mein Lieber !“, sagte sie.

Beppo packte mit seinen Zähnen ihre weite Jeans. Andrea ließ ihn gewähren und wartete ab. Er zog sie ganz dicht an den Papageien ran. Dieser meldete sich wieder bei ihm. Ganz aufgeregt schnatterte er: „Sags ihr, sags ihr !“ Andreas Blick fiel auf die beiden Tiere und sie zog es plötzlich in Betrachtung, daß sie sich miteinander austauschen konnten. Andrea verstand nun was Beppo wollte. Sie setzte ihre Brille auf und schaute den Graupapagei nun aus nächster Nähe an. Und stellte erschrocken fest, daß sein Gefieder in einem schlechten Zustand war. Und seine Krallen seit langer Zeit nicht mehr geschnitten.

Liebevoll schaute sie Beppo an und sagte: „Beppo, du bist aber ein Guter ! Gestern habe ich das, ohne Brille, nicht bemerkt, daß der Papagei in einem vernachlässigten Zustand ist !“ “ Ich glaube, du möchtest, daß er bei uns bleibt, oder ?“ Einmal Bellen, war die Antwort darauf. „Habe ich dich richtig verstanden, bedeutet einmal bellen, ja ?“ Beppo wedelte mit dem Schwanz und bellte zur Bestätigung noch einmal. „Sag schon, sag schon !“ funkte der Papagei wieder dazwischen. Und Beppo teilte ihm telepathisch die frohe Botschaft mit. Der Graupapagei fing an zu pfeifen und wog sich freudig auf und ab.

Als dann ein deutlich hörbares „Lieber Bubi“, aus seinem Schnabel kam, war Andrea verblüfft, daß er sprechen konnte. Sie grinste und schüttelte den Kopf. „Na, dann mache ich mich gleich im Internet auf die Suche nach einem großen Käfig und was wir sonst noch alles brauchen !“, verabschiedete sich Andrea von den beiden Tieren. Beppo legte sich auf den Boden und schloß die Augen. Er war einfach nur froh und glücklich !“

Beppo
Flupsi
Ein Graupapagei

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© Elli (Elke Strohmaier)

Bildquelle: Pinterest/Etsy.com

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Beppos Geschichten

Geschichten

Prosa

Verfasst von

Herausfordernde Ereignisse im Leben eignen sich im besonderen Maße, um sich auf den Weg zu sich selbst auf-zu-machen. So war es bei mir vor 25 Jahren. Ich möchte all das nicht mehr missen, was ich erforscht, entdeckt und gefunden habe. Und jetzt, mitten auf dem Weg, eine tiefe Verbindung zu meinem wahren Sein habe. Mich selbst spüre und energetisch ausgleichen kann. Und so immer wieder oder länger in einen tiefen Frieden komme. Einfach bin ... und gleichzeitig zur bewußten Schöpferin meines Lebens werde !

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