So wird die Vergangenheit zur Zukunft (2)

Auszug aus: „Werde übernatürlich“: Wie gewöhnliche Menschen das Ungewöhnliche erreichen, Dr. Joe Dispenza

Dr. Joe Dispenza, Mediziner, Wissenschaftler und ein moderner Mystiker, bringt Informationen mit einer Vision zusammen, die über die Grenzen einzelner wissenschaftlicher Disziplinen hinausgeht. Er schöpft sein Wissen aus diversen grundsoliden wissenschaftlichen Gebieten wie der Epigenetik, der Molekularbiologie, Neurokardiologie und Quantenphysik.

Jetzt wollen wir uns näher anschauen, was im Körper auf der biochemischen Ebene beim Denken oder beim Empfinden einer Emotion passiert. Wenn man etwas denkt (oder sich an etwas erinnert), wird im Gehirn eine biochemische Reaktion ausgelöst, woraufhin das Gehirn bestimmte chemische Signale aussendet. So werden immaterielle Gedanken buchstäblich zu Materie – sie werden zu chemischen Botenstoffen. Durch diese chemischen Signale fühlt der Körper genau das, was man gerade gedacht hat. Sobald wir ein bestimmtes Gefühl bemerken, erzeugen wir weitere Gedanken, die diesem Gefühl entsprechen, und setzen weitere chemische Substanzen im Gehirn frei, damit wir das fühlen, was wir denken.

Hegen Sie beispielsweise einen ängstlichen Gedanken, kommen Angstgefühle in Ihnen hoch. Sobald Sie Angst verspüren, nimmt diese Emotion Einfluss auf Ihr Denken, und Sie denken weitere ängstliche Gedanken, die wiederum zur Ausschüttung weiterer chemischer Botenstoffe in Gehirn und Körper führen, woraufhin Sie noch mehr Angst verspüren. Und schon sind Sie in einer Endlosschleife gefangen, in der Ihre Gedanken Gefühle und Ihre Gefühle Gedanken erzeugen. Wenn Gedanken die Sprache des Gehirns und Gefühle die Sprache des Körpers sind und der Kreislauf des Denkens und Fühlens zu Ihrem Seinszustand bzw. Ihrer Befindlichkeit wird, dann »befinden« Sie sich komplett in der Vergangenheit.

Indem im Gehirn immer wieder dieselben Schaltkreise aktiviert und vernetzt werden, weil Sie immer wieder das Gleiche denken, werden sie zu festen Mustern verdrahtet. So wird das Gehirn zu einem Produkt Ihrer vergangenen Gedanken, und mit der Zeit wird es immer einfacher, automatisch dasselbe zu denken. Gleichzeitig fühlen Sie immer wieder dieselben Emotionen, denn wie gerade erklärt, sind Emotionen die Sprache des Körpers und die chemischen Überreste vergangener Erfahrungen – und konditionieren Ihren Körper dadurch auf die Vergangenheit.

Was heißt das für Sie im Alltag? Angesichts der Tatsache, dass Gefühle und Emotionen die chemischen Endprodukte vergangener Ereignisse und Vorfälle sind, beginnen Sie den Tag in der Vergangenheit, sobald Sie morgens aufwachen und nach dem vertrauten Gefühl namens Ich suchen. Indem Sie über Ihre Probleme nachdenken, erzeugen diese Probleme – die mit den Erinnerungen an vergangene Erfahrungen mit allen möglichen Leuten oder Dingen zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten zu tun haben – vertraute Gefühle wie Unglücklichsein, Vergeblichkeit, Trauer, Schmerz, Kummer, Angst, Sorge, Frust, mangelnder Selbstwert oder Schuld. Wenn diese Emotionen Ihr Denken lenken und Sie nicht über Ihre Gefühle hinausdenken können, denken Sie auch in der Vergangenheit. Und da diese vertrauten Emotionen Einfluss auf Ihre Entscheidungen an diesem Tag nehmen, auf Ihr Verhalten oder die von Ihnen kreierten Erfahrungen, erscheinen Sie ziemlich berechenbar und vorhersehbar – und Ihr Leben bleibt gleich.

Weiter geht’s mit unserem Beispiel: Sie wachen also auf, schalten den Wecker aus, liegen im Bett, schauen Ihre Benachrichtigungen auf Facebook, Instagram, WhatsApp, Twitter an, Ihre SMS und E-Mails und dann die Nachrichten. (Jetzt erinnern Sie sich wirklich daran, wer Sie sind, denn Sie bestärken Ihre Persönlichkeit und verbinden sich mit Ihrer vergangenen-gegenwärtigen persönlichen Realität.) Dann gehen Sie zur Toilette und ins Bad, Sie putzen sich die Zähne, duschen, ziehen sich an und begeben sich in die Küche. Vielleicht schauen Sie jetzt noch mal Nachrichten oder gucken erneut in Ihre Mailbox. Es ist dieselbe Routine wie jeden Tag.

Dann fahren Sie zur Arbeit, auf derselben Strecke wie immer; dort haben Sie mit denselben Kollegen zu tun wie am Vortag. Sie verbringen den Tag damit, ungefähr die gleichen Aufgaben zu erledigen wie gestern. Vielleicht reagieren Sie sogar auf die gleichen Herausforderungen bei der Arbeit mit den gleichen Emotionen. Nach der Arbeit fahren Sie heim, halten vielleicht am Laden an, um schnell was Gutes zu essen einzukaufen, das Gleiche wie immer. Sie kochen sich zum Abendessen das Gleiche wie immer, sehen die gleichen Fernsehsendungen zur gleichen Uhrzeit wie immer, auf demselben Platz, auf dem Sie immer im Wohnzimmer sitzen. Danach machen Sie sich bettfertig wie immer: Zähneputzen (mit der rechten Hand, angefangen oben rechts im Mund), kriechen auf derselben Seite ins Bett, lesen vielleicht noch ein bisschen und schlafen dann ein.

Abläufe, die ständig wiederholt werden, entwickeln sich zu einer Gewohnheit. Eine Gewohnheit besteht aus wiederkehrenden, automatisch ablaufenden, unbewussten Gedanken, Verhaltensweisen und Emotionen, die durch häufiges Wiederholen angenommen wird. Im Grunde ist der Körper dann auf Autopilot und lässt eine Reihe von Programmen ablaufen; mit der Zeit wird der Körper dann zum Geist. Sie haben diese Routinen so oft ausgeführt, dass der Körper automatisch manches besser erledigen kann als Ihr Gehirn bzw. der bewusste Geist. Sie schalten einfach auf Autopilot und werden unbewusst, und das heißt: Am nächsten Morgen wachen Sie auf und tun mehr oder weniger das Gleiche. In einem sehr realen Sinn zieht Sie Ihr Körper in dieselbe vorhersehbare Zukunft, basierend auf dem, was Sie in der immer selben, vertrauten Vergangenheit wiederholt gemacht haben. Sie denken das Gleiche und treffen die gleichen Entscheidungen, die zu den gleichen Verhaltensweisen führen, welche die gleichen Erfahrungen erzeugen, und die produzieren wiederum die gleichen Emotionen. So entstehen mit der Zeit im Gehirn fest verdrahtete neuronale Netze, und damit haben Sie den Körper emotional darauf konditioniert, in der Vergangenheit zu leben – und diese Vergangenheit wird zu Ihrer Zukunft.

Bei einem Blick auf den zeitlichen Tagesablauf – angefangen beim Aufwachen am Morgen und weiter bis zum Schlafengehen am Abend – könnten Sie den gestrigen oder heutigen Ablauf (Ihre Vergangenheit) an die Stelle des Plans für morgen (die Zukunft) stellen, denn das, was Sie heute gemacht haben, ist im Wesentlichen das Gleiche wie das, was Sie morgen tun … und übermorgen und überübermorgen … Seien wir ehrlich: Solange Sie dieselben Routinen beibehalten wie gestern, wird Ihr Morgen logischerweise ziemlich genauso aussehen wie Ihr Gestern. Ihre Zukunft ist eine Wiederholung Ihrer Vergangenheit. Denn Ihr Gestern erschafft Ihr Morgen. Die vertikalen Linien in Abbildung 2.1 stehen für den immer gleichen Gedanken, der uns dieselbe Entscheidung treffen lässt, wodurch ein automatisches Verhalten in Gang gesetzt wird, das zu einer bereits bekannten Erfahrung führt, die

Man könnte sagen, Geist und Körper sind im Bekannten – derselben vorhersehbaren Zukunft, die auf Ihrem Verhalten in derselben vertrauten Vergangenheit basiert –, und in dieser bekannten, gewissen Zukunft ist kein Platz für das Unbekannte. Würde in diesem Moment etwas Neues, Unbekanntes passieren und Ihren vorhersehbaren Zeitplan ändern, wären Sie wahrscheinlich verärgert über diese Störung Ihrer Routine, würden es wohl als lästig, problematisch und schlichtweg unbequem betrachten; vielleicht sagen Sie dann: »Kannst du morgen noch mal kommen? Jetzt passt’s gerade nicht

Aus: „Werde übernatürlich. Wie gewöhnliche Menschen das Ungewöhnliche erreichen.“ von Dr. Joe Dispenza

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Fotoquelle: Gerd Altmann auf Pixabay

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Gehirnforschung

Der Mensch als Schöpferwesen

Literatur

Verfasst von

Herausfordernde Ereignisse im Leben eignen sich im besonderen Maße, um sich auf den Weg zu sich selbst auf-zu-machen. So war es bei mir vor 25 Jahren. Ich möchte all das nicht mehr missen, was ich erforscht, entdeckt und gefunden habe. Und jetzt, mitten auf dem Weg, eine tiefe Verbindung zu meinem wahren Sein habe. Mich selbst spüre und energetisch ausgleichen kann. Und so immer wieder oder länger in einen tiefen Frieden komme. Einfach bin ... und gleichzeitig zur bewußten Schöpferin meines Lebens werde !

4 Kommentare zu „So wird die Vergangenheit zur Zukunft (2)

  1. Interessant. Passt.
    Am Wochenende habe ich einen lustigen Film geguckt: Palm springs. Sehr empfehlenswert. Es geht sich um jemanden, der in einer Zeitschleife festsitzt…Ich habe viel gelacht.
    Und heute habe das Handy länger weggelegt und Achtsamkeit geübt. Mir geht’s richtig gut ❣ Und achtsames Kommentarschreiben macht auch mehr Sinn 😂👌 Liebe Grüße 🤗🤗

    Gefällt 1 Person

    1. Danke, für deinen „‚Erfahrungskommentar“ ! Für mich ist das „ein“ Thema dieser Zeit, mit dem man bewusster umgehen sollte. Und natürlich zuvor wissen muß „was passiert da eigentlich im Gehirn“ 😉 Dir vielen Dank für die Inspiration, mit den Polychromos-Farbstiften zu Malen. Mit Unterstützung von „Fräulein“ Johanna Bashford habe ich wieder den Einstieg ins Zeichnen gewagt. Herzlicher Gruß, Elli

      Gefällt 1 Person

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