Gründung der Hannah Arendt-Akademie der Denker

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Gründung der Hannah Arendt–Akademie der Denker

Ein Kommentar von Isabelle Krötsch.

Die „Generation Corona“ steht vor einer ungewissen Zukunft. Niemand weiß, wie die Welt in fünf Jahren aussehen wird. Vor diesem Hintergrund ist die Wahl eines Studienfaches ein Wagnis, zumal, wenn der Besuch einer Hochschule durch die Hürden des Hygieneregimes erschwert wird. Das Corona-Narrativ mit all seinen Einschränkungen landauf landab, macht auch vor den deutschen Universitäten nicht halt. Eine von Maßnahmen geprägte „neue Normalität“ soll installiert werden. Doch ist eine Rückkehr zum sogenannten Normalbetrieb überhaupt wünschenswert? Die frisch gegründete Hannah Arendt-Akademie bietet kritischen jungen Menschen freien Zugang zu einem Orientierungs-Semester, das zunächst digital stattfinden wird.

Dass diese Initiative in Bewegung gekommen ist, ist dem ehrenamtlichen Engagement der sieben Gründungsmitglieder des Vereins zu verdanken. Hier transformiert sich „Betroffenheit“ in „Beteiligung“. Mut und Entschlossenheit beflügelt alle Beteiligten, die Not sinnreich zu wenden und konkret der neuen Schule des Lebens Raum zu geben.

Der Ruf nach einer radikalen neuen Definition von Wegen, Wissen zu vermitteln, ist schon seit vielen Jahren ein wesentliches und elementares Thema. Seitdem die Akteure des Systems allerdings so offen diktatorisch mit dem verfahren, was gesagt, geschrieben und gelehrt werden darf, und Zensur nicht nur subkutan, sondern scheinbar staatlich legitimiert und öffentlich geradezu hetzerisch proklamiert wird, ist der Ruf nach Alternativen Strukturen für die Bildung der neuen Generation und den Fortbestand der Menschheitsfamilie im Einklang mit der Schöpfung überlebenswichtig geworden.

Es geht nicht um Verbesserungen und wiederherstellen der “alten” Bedingungen, auch nicht um eine geführte und in Szene gesetzte Veränderung nach dem Motto „Es muss sich alles ändern, damit alles bleibt wie es ist“, wie wir es seit der französischen Revolution häufig haben beobachten dürfen.

„Ich glaube an eine Revolution der Gesinnungen und Vorstellungsarten, die alles bisherige schamrot machen wird“

schrieb Friedrich Hölderlin vor 200 Jahren, von der instrumentalisierten und von Machtinteressen unterwanderten französischen Revolution enttäuscht. Er war seiner Zeit voraus. Inzwischen ist die Zeit reif. Die Global Player demaskieren sich selbst durch Übertreibung, Unwissenschaftlichkeit und Ideologie. Es ist jetzt möglich, das spaltende Spiel zu durchschauen und auszusteigen.

Jetzt, wo sich die Lage durch menschenunwürdige Maßnahmen zuspitzt, und offenbar wird, dass davor mächtig etwas faul war im Staate und in der gesamten “zivilisierten” Welt, ist es Zeit, nicht nur die sinnentleerten Maßnahmen und die transhumanistischen Menschen – und Leben verachtende Agenda links liegen zu lassen, sondern die begrenzende und rein technoide Perspektive auf das Sein zugunsten einer ganzheitlichen und multidimensionalen Sicht zu überwinden.

Wir wünschen uns Menschen, die freudevoll und frei, unvoreingenommen, ideologiefrei, lebensbejahend und mit Begeisterung die Vielschichtigkeit der Lebendigkeit untersuchen und reflektieren lernen, im Sinne eines Einklangs mit der Schöpfung.

Eine junge Generation von Freidenkern, die die Gemeinschaft der Menschheitsfamilie individuell und kollektiv neu entwickelt und die Zukunft nicht mehr aus dem Rückspiegel betrachtet, wie es so eindrücklich der Physiker und Philosoph Hans-Peter Dürr, der einst bei Hannah Arendt studierte, zu sagen pflegte. Wir brauchen nicht die Engstirnigkeit in der linearen Anwendung vergangener Konzepte, sondern die kindliche und tänzerische Verspieltheit des Künstlers in allen Bereichen des Lebens. Und all dies soll künftig angelegt werden durch eine neue Akademie: Der Hannah Arendt-Akademie der Denker.

Akademie im eigentlichen Sinn ist ein Ort, wo man mit Muße – scholä im altgriechischen – wandelt und schöpferisch tätig ist, wo das Wissen genussvoll erkundet und erfahren wird. Es ist ein Ort der Klarheit und Wahrheitssuche, eigentlich auf ganz unakademische Weise. Dass Scholä im Deutschen das Wort “Schule” ergeben hat, soll in dieser neuen Werk- und Bildungsstätte alle Ehre gemacht werden.

Es ist ein Ort der Sammlung. Dieses sich sammeln und Orientieren im Meer aller Möglichkeiten, soll das erste Orientierungssemester der Hannah Arendt-Akademie den Schulabgängern ab dem Wintersemester 2021 bieten.

Hier soll das Wissen nicht mehr “uni”form, sondern “omni”versal vermittelt werden. Es gibt keine Denkverbote, “political correctness” und betreutes Denken mehr. Verschiedenste Ansätze und Standpunkte sollen hier nebeneinander vermittelt werden, sodass sich die jungen Menschen ein eigenes Bild der Welt machen können, das auch das Zeug hat, die bisherigen Grenzen des Denkens zu sprengen.

Auf den Höhepunkt der sogenannten vierten Welle zusteuernd, befinden wir uns am Tiefpunkt der akademischen Alltagskultur. Es ist Zeit für ein ehrliches Eingeständnis: Die Corona-Pandemie führt die alte Universität in das Dilemma von kaltem Maschinenlernen oder repressivem Hygienekrampf. Kein guter Nährboden für die Entwicklung einer Generation von schöpferischen Freidenkern.

Eltern sorgen sich um die “Generation Corona”. Durch Fernbeschulung oder Online-Semester ist es zu einem Bruch in den Bildungsbiographien gekommen: Lernrückstände, soziale Vereinsamung, Depression und Perspektivlosigkeit belasten viele junge Menschen. Dies kritisieren auch Dr. Jana-Maria Lehnhardt und Christian Klammer – Unternehmensberater und Eltern von zwei Töchtern im Corona Abiturjahrgang 2021.

„Unsere Töchter haben sich in den letzten 18 Monaten mit viel Disziplin und Engagement – größtenteils, wenn überhaupt, nur durch digitale Unterrichtsveranstaltungen gestützt – auf das Abitur 2021 vorbereitet, zahlreiche Entbehrungen in Kauf genommen und sehen sich nun einer Hoffnungslosigkeit für ihre persönliche Zukunft ausgesetzt“.

In dieser Zeit des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbruchs zeigt sich einmal mehr, wie wichtig die politische, philosophische und kulturelle Bildung sowie die Medienkompetenz bei der jüngeren Generation wäre.

Deshalb starten die Gründungsmitglieder der Hannah Arendt-Akademie in ein neues Zeitalter der Bildungskultur. Als unabhängiger und unparteilicher Verein von Wissenschaftlern und Experten, machen sie es sich zur Aufgabe, Abiturienten und Studenten Zugang zur Orientierung einer akademischen Aus- und Weiterbildung sowie einem Studium auf anspruchsvollem wissenschaftlichem Niveau zu ermöglichen.

„Im Gedenken an Hannah Arendt ist es uns ein besonders Anliegen, jungen Menschen wieder Hoffnung und die Chance auf ein selbstbestimmtes und freies Denken zu ermöglichen“, so der Plan von Christian Klammer – Vorstandsvorsitzender der Hannah Arendt-Akademie e.V. (HAA)

Hierzu wird die Hannah Arendt-Akademie nach dem Vorbild eines “studium generale” mit einem vielfältigen Lehr- und Studienangebot nicht nur Orientierung für die Studienwahl bieten, sondern auch zur umfassenden Allgemeinbildung beitragen.

Christian Klammer kommt ins Schwärmen, wenn es um das Thema Wissensvermittlung geht. So werden neben regelmäßigen Lehrveranstaltungen aus allen Fakultäten von namhaften Gastdozenten aus der Praxis auch Ringvorlesungen zu den wirklich aktuellen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Themen angeboten, was ganz entscheidend zur Persönlichkeits- und Allgemeinbildung beitragen wird.

Die Dozenten der Akademie genießen uneingeschränkte Wissenschaftsfreiheit. Dies betrifft insbesondere die Auswahl der Methoden, der Themen, der Positionen und Perspektiven. Es herrscht Rede-, Meinungs- und Gedankenfreiheit unter kultivierten und gebildeten Menschen. Dieser freie Ansatz betrifft im Übrigen auch Sprachregulationen im Sinne der “political correctness”, die für absolut unnötig gehalten werden.

Die Hannah Arendt-Akademie (HAA) steht für ein von wirklicher Menschlichkeit geprägtes Weltbild, in der – gemäß dem Leitmotiv von Hannah Arendt – der „Wind des Denkens“ wirkt, für eine eigenverantwortliche, friedliche und menschliche Gestaltung der Zukunft.

Damit die Qualität der Hannah Arendt-Akademie gehalten werden kann, gelten bestimmte Aufnahmekriterien für Dozenten und Studierende gleichermaßen. Die Finanzierung der Akademie wird über Förderbeiträge und Spenden von Bürgern sichergestellt, die ein Interesse an dieser Bildungskonzeption haben und als Teile der Gesellschaft oder Unternehmen künftig davon profitieren werden.

Dass diese Initiative in Bewegung gekommen ist, ist dem ehrenamtlichen Engagement der sieben Gründungsmitglieder des Vereins zu verdanken. Hier zeigt sich einmal mehr, was in Zeiten demokratischer Verwerfungen möglich ist, wenn „Betroffenheit auf Beteiligung“ trifft.

Mehr über die Hannah Arendt-Akademie und wie Sie Teil davon sein können, erfahren Sie hier.

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Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: Gorodenkoff / shutterstock

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Vision

Kultur der Hinterfragung

Neue Wege

Verfasst von

Herausfordernde Ereignisse im Leben eignen sich im besonderen Maße, um sich auf den Weg zu sich selbst auf-zu-machen. So war es bei mir vor 25 Jahren. Ich möchte all das nicht mehr missen, was ich erforscht, entdeckt und gefunden habe. Und jetzt, mitten auf dem Weg, eine tiefe Verbindung zu meinem wahren Sein habe. Mich selbst spüre und energetisch ausgleichen kann. Und so immer wieder oder länger in einen tiefen Frieden komme. Einfach bin ... und gleichzeitig zur bewußten Schöpferin meines Lebens werde !

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