Reiseblog Osterhase – Anakena Strand (3)

Guten Abend, liebe Elli,

gerade komme ich wieder von meinem Ausflug zurück und möchte dir vom heutigen Tag berichten. Der Abend zuvor klang mit wunderbaren Berührungen vom Hasenmeistermasseur auf meinem Körper aus. Und berührte auch meinen Geist und meine Seele. Als erstes durchwärmte er mich mit heißen Vulkansteinen. Dann massierte er meinen Körper unter Einsetzung, einer sehr alten Technik, von Massagegriffen. Dadurch schaffte dieser begnadete Hase es, meine Verspannungen der letzten Wochen vollständig aufzulösen. Nebenbei erklang Oberton-Gesang, welches mich, im den Theta-Bereich hielt, zwischen wach sein und Einschlafen. Wie ich es bevorzuge, verlief diese Massage in völligem Schweigen. Erst am Ende schilderte er mir seine Wahrnehmungen, die sehr hilfreich für mich waren.

Nach dem Abendessen, lockte mich die Erdhöhle. Dort verbrachte ich die Nacht im Tiefschlaf. Und wachte morgens, als die Sonne aufging, wieder auf. Diesem Ereignis wohnte ich sogleich bei und genoß es die Sonne beim Wiederauftauchen aus dem blauen Meer zu beobachten.

Da ich noch eine deutliche Müdigkeit der letzten Wochen in mir spürte, entschloß ich mich einen entspannten Tag zu verbringen. Und so nahm ich mir vor, den schönsten Strand, an der nordwestlichen Seite der Insel, in Anakena zu besuchen. Ich beanspruchte den Service des Gästehauses und ließ mich nach Anakena, zu einem wunderschön weißem Sandstrand, hinfahren. Ideal zum Sonnen, Baden oder auch zum Tauchen. Umrahmt von einem wunderschönen Kokospalmenwald.

So packte ich meine Taucherbrille und meine Unterwasserkamera ein und wurde in einem kleinen ruckelnden Bus dorthin gefahren.

Der Strand war fast leer und ich begab mich zu dem Abschnitt, der für Hasen reserviert ist. Dort können wir uns ungestört sonnen und baden. Auf meinem Handtuch liegend ließ ich mich von den Sonnenstrahlen umschmeicheln. Kurze Zeit danach schnappte ich mir meine Taucherbrille und schnorchelte zuerst im flachen Wasser bis ich mich ins Tiefere hinabwagte. Und schon umschwirrten mich Fische vielfarbiger Art und Größe. Manche brachten mich zum Lachen, weil sie neugierig an meinem Fell knabberten. Doch da es uns Tieren zueigen ist mit all den andere zu kommunizieren, brachte ich sie schnell davon ab. Und befragte sie hinsichtlich schöner Orte hier in der Unterwasserwelt. Sie wiesen mich auf nahe Korallenbänke und Unterwasserhöhlen hin. Zum Abschied kraulte ich noch ihre Rücken und tauchte in die Tiefe.

Zum Abschluß setzte ich mich noch an den und ließ mich vom wogenden Wasser umspülen. Ich döste in der Mittagssonne kurz ein. Und hatte einen außergewöhnlichen Traum. Auf einem Surfbrett angetragen, kam eine zartgebaute Damenhase angebraust. Sofort stieg die Erinnerung von der Erscheinung in der Zweifenster-Höhle in mir auf. Sie hatte eine gewisse Ähnlichkeit. Ihr Lächeln war gleich bezaubernd.

Sie war fast schon bei mir angekommen, da löste sich ihr Surfbrett in Meerschaum auf. Und sie sank ins Wasser. Ich wachte auf, schaute auf die Wasseroberfläche und konnte noch ihr Antlitz und eine winkende Hand erhaschen. Mein Herzschlag beschleunigte sich und eine Zuversicht stellte sich ein, daß ich ihr hier, auf der Osterinsel, noch tatsächlich begegnen würde.

Bevor ich wieder den Bus organisierte besuchte ich noch die in der Nähe befindende Zermonie-Anlagen: „Ahu Nau Nau“. Diese besteht aus insgesamt 7 Moai´s, davon tragen 4 Hüte, die so genannten „Pukaos„. Diese Anlage ist ca. 60 Meter lang und 12 Meter breit; sie wurde 1978 restauriert.
Auf der Anlage „Ahu Ature Huki“ steht ein einzelner Moai, 6 Meter hoch und 30 Tonnen schwer. Dieser Moai wurde 1956 von dem norwegischen Forscher Thor Heyerdahl in einem Versuch mit Einheimischen auf traditioneller Art wieder aufgerichtet.

In einem Reiseführer las ich noch Folgendes: “ In den mündlichen Überlieferungen der Rapa Nui heißt es, der legendäre König Hotu Matua und Gründervater aller Rapa Nui sei in der Anakena Bucht mit seinem Gefolge gelandet und hier sei auch sein ältester Sohn Tuu Maheke geboren.“

„Der Ethnologe Alfred Métraux beschreibt in seinem Buch, die alten Könige hätten nach ihrer Abdankung hier ihren Lebensabend verbracht. Thomas Barthel schreibt, in dieser Bucht hätten die Rapanui einmal im Jahr ihr größtes Fest gefeiert. Hier sollen sich dann alle „tangata-rongorongo“ (die Träger der Schreib- und Rezitationskunst von Rongorongo-Schrifttafeln) zu einem Wettbewerb getroffen haben. Hier mussten sich aber auch Novizen als mögliche „tangata-rongorongo“ in Prüfungen beweisen. In Gegenwart des Königs mussten (selbst bei Kriegen) die Auseinandersetzungen unter den verschiedenen Clans eingestellt werden.“

„Métraux bringt die Anakena-Bucht mit den zwei geflohenen Langohren in Verbindung, die zunächst das Massaker auf der Poike-Halbinsel (um 1680) überlebt hatten. Laut Métraux sollen sich die zwei Langohren in der Höhle Ana Vai versteckt haben, bis sie von den Kurzohren dort aufgespürt wurden. In dieser Legendenversion sollen die Kurzohren beide Flüchtlinge am Leben gelassen haben (in anderen Legendenversionen blieb nur einer am Leben).“

In einem verzauberten Zustand ließ ich mich vom Bus zu meinem Gästehaus zurückfahren. Und verbrachte den restlichen Abend mit Meditation in der Erdhöhle. Bevor ich wieder in meine Erdhöhle kroch, verlegte ich meinen Abendsnack nach draußen und genoß den farbenschillernden Sonnenuntergang. Tiefe Dankbarkeit durchdrang mich, für all die berührenden Erlebnisse, die ich bereits auf der Osterinsel erfahren hatte.

Lichtvolle Grüße an dich, Elli,

und bis morgen

© Elli (Elke Strohmaier)

http://www.osterinsel.de/02-badestraende.htm

http://www.osterinsel.de/08-moai.htm

Verfasst von

Herausfordernde Ereignisse im Leben eignen sich im besonderen Maße, um sich auf den Weg zu sich selbst auf-zu-machen. So war es bei mir vor 25 Jahren. Ich möchte all das nicht mehr missen, was ich erforscht, entdeckt und gefunden habe. Und jetzt, mitten auf dem Weg, eine tiefe Verbindung zu meinem wahren Sein habe. Mich selbst spüre und energetisch ausgleichen kann. Und so immer wieder oder länger in einen tiefen Frieden komme. Einfach bin ... und gleichzeitig zur bewußten Schöpferin meines Lebens werde !

2 Kommentare zu „Reiseblog Osterhase – Anakena Strand (3)

    1. Das freut mich, daß du in die Geschichte „einsteigst“ ! Also wenn ich mich an den Dankbrief des Osterhasens rückbesinne, glaube ich, gibt es durchaus schon „Einheimische“ die daran arbeiten, die noch erdgebundenen Seelen zu erlösen, so daß sie aufsteigen können. Das ist meine Vermutung. Der Osterhase, fühlt sich als Langohr, natürlich mit den Langorten dort, sehr verbunden. Aber da war doch noch etwas … diese Häsin, die vielleicht wunderbar an seiner Seite weilen könnte. Wer weiß … was da noch Fruchtbares daraus geschieht ! 🙂

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