Beppo und Flupsi – Ein entflohener Papagei (6)

(Geschichte schließt an Beitrag: „Beppo + Flupsi = Eine außergewöhnliche Freundschaft“ an)

Beppo und Flupsi waren in den letzten Wochen richtig enge Freunde geworden. Die Katze begleitete, Andrea und Beppo, noch an der Leine, regelmäßig zum Einkaufen und in den Park. Doch einmal hatte Andrea die Leine nicht fest in der Hand gehalten. Flupsi zog und schwupps flog die Leine auf den Boden. Beppo reagierte flink und schnappte sich die Schlaufe. Doch statt Andrea die Leine zurückzugeben, hielt er sie fest in seinem Maul. Und zeigte Andrea, daß auch er in der Lage war, Flupsi achtsam zu führen. Das sah so lustig aus, daß Andrea zu Lachen anfing. Beppo führte diese Aufgabe gewissenhaft und mit stolz erhobenen Hundekopf durch. Noch nie begegneten sie, auf der Straße, so vielen lächelnden Menschen wie an diesem Tag.

Heute waren sie bei Beppo daheim. Statt Beppos alten Korb, stand nun ein großer Korb im Flur, in dem auch Flupsi bequem reinpasste.So lagen sie, eng aneinandergekuschelt, an diesem wolkenverhangenen und regnerischen Tag. Die Regentropfen prasselten einschläfernd gegen die Fensterscheiben. Innerhalb kurzer Zeit ergaben sie sich ihrer Müdigkeit und dösten ein. Auf einer großen langen Wolke liegend, fanden sie sich in ihrem Lieblingstraum wieder. Diesmal war Flupsi die schnellere und sie sauste los, nahm Anlauf und sprang im hohen Bogen auf die nächste Wolke. Flupsi hatte den Dreh raus, wie sie die Farbe der Wolken im Traum verändern konnte. Und die weiße Wolke vor ihr verfärbte sich, vor ihrer Landung, rot. Beppo jagte ihr nach. Er liebte es im Traum zu springen, es fühlte sich, für ihn, fast wie fliegen an. Doch er hatte sich, von der Entfernung, verschätzt. Er flog über Flupsi hinweg und war gerade im Anflug auf der anschließenden Wolke. Da hörte er plötzlich ein Krächzen und Klopfen und die Wolke löste sich in Nichts auf. Statt auf der Wolke zu landen, stürzte er jaulend in die Tiefe …

… und fand sich in seinem Hundekorb wieder. Doch das Krächzen und Klopfen hörte nicht auf. Noch nicht richtig wach schaute er umher. Sein Blick fiel dabei auf das Fenster vor ihm. Was war das da draußen ? Es war grau, hatte einen roten Schwanz und einen gebogenen Schnabel. Mit diesem klopfte es gegen die Fensterscheibe ! Da bekam er ein inneres Bild von Flupsi, die den Vögeln nachjagte. Ein Vogel ! Das war aber ein großer Vogel ! Da Beppo ein mitfühlsamer Hund war, erkannte er die Not des Tieres. Andrea hatte die Hundeleine am Fenstergriff aufgehängt. Diese baumelte über dem Boden. Beppo war ein sehr schlauer und aufmerksamer Hund. Er bemerkte, daß ein Fensterflügel nur angelehnt war. Er lief zum Fenster mit der Absicht das Fenster aufzuziehen. Er sprang hoch und verfehlte die Leine, mit der Schnauze, knapp. Flupsi war gerade am Aufwachen. Als sie die baumelnde Leine sah, erwachte ihr Spieltrieb sofort. Sie sprang nur einmal in die Höhe und erwischte sie mit ihren Krallen. Das Fenster klappte auf. Der Vogel ließ vom Klopfen ab und lief zum offenen Fensterflügel. Er erkannte, daß kein Glas mehr dazwischen war und flog durch das Fenster und landete auf dem Boden.

Beppo mußte nur einmal zu Flupsi schauen, um zu erkennen was sie im Schilde führte. Andrea hatte ihm deutlich erklärt, daß Vögel kein „Happa-Happa“ sind und man sie nicht beißen darf. Sofort vermittelte Beppo Flupsi: „Flupsi, nein !“ Der große graue Vogel flog Richtung Zimmerdecke und setzte sich auf die Hutablage der Garderobe. „Böser Bube, böser Bube“, erklang es plötzlich aus seinem Schnabel. Beppo staunte: Er konnte wie ein Mensch reden ! In diesem Moment kam Andrea zu ihnen und rief aus: „Was ist denn hier los ?“ Sie schaute nach oben und rief ungläubig aus: „Ein Graupapagei !“ „Wo kommt der denn her ?“ Als sie das offen stehende Fenster sah, wußte sie woher. Der Papagei schaute zu ihr herunter, segelte herab und landete auf Andreas Schulter. Sein Frauchen war für einen Moment sprachlos und sagte dann: „Jetzt brauche ich eine Tasse Tee !“ Sie lief in die Küche, Beppo und Flupsi liefen ihr nach. Mit einer Tasse Tee in der Hand setzte sie sich an den Tisch. Die beiden Tiere waren mucksmäuschenstill, sie spürten Andrea überlegte. Nach ein paar Minuten räusperte sie sich und schaute, nacheinander, den Graupapagei, Beppo und Flupsi an. „Meine Lieben, wir gehen morgen auf die Suche nach dem Besitzer des Papagei !“ „Und hängen Plakate mit „Graupapagei zugeflogen“ an verschiedenen Stellen auf. Und informieren auch den Tierschutzverein.“ Beppo und Flupsi verließen die Küche und ließen den Tag, im Korb, gemütlich ausklingen.

© Elli (Elke Strohmaier)

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Bildquelle: Pinterest/Etsy.com

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Beppos Geschichten

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Prosa

Verfasst von

Herausfordernde Ereignisse im Leben eignen sich im besonderen Maße, um sich auf den Weg zu sich selbst auf-zu-machen. So war es bei mir vor 25 Jahren. Ich möchte all das nicht mehr missen, was ich erforscht, entdeckt und gefunden habe. Und jetzt, mitten auf dem Weg, eine tiefe Verbindung zu meinem wahren Sein habe. Mich selbst spüre und energetisch ausgleichen kann. Und so immer wieder oder länger in einen tiefen Frieden komme. Einfach bin ... und gleichzeitig zur bewußten Schöpferin meines Lebens werde !

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